Geschichte und Trägerschaft

Geschichte und Trägerschaft

Die Idee des Künstlerdorfs entstand im Jahr 1983, anlässlich des 400. Jahrestages des Alten Rathauses. Unter der Federführung des damaligen Gemeindedirektors Hans Dillmann, dem Leiter der Volkshochschule, Dr. Claus Urban sowie dem damaligen Leiter des Literaturbüros Düsseldorf, Rolfrafael Schröer, wurde erstmals der Wunsch formuliert, eine:n Stadtschreiber:in sowie eine:n Stadtkünstler:in in Schöppingen zu verankern. Diese Idee griff inhaltlich die Tradition der Stadtschreiber:innen auf, die früher wie auch heute von Ort zu Ort zogen, um dort die mündlich erzählten und überlieferten Geschichte(n) einer Gemeinschaft aufzuschreiben und durch ihren Beitrag einen neuen Blickwinkel auf die erlebte Wirklichkeit zu geben.

 

Die Gründungsidee fiel zeitlich zusammen mit dem Abzug einer NATO-Einheit, die zwischen 1963 und 1987 zeitweise über tausend niederländische und US-amerikanische Soldat:innen mit ihren Familien nach Schöppingen gebracht hatte. Die Idee des Künstlerdorfs, als einem städtebaulichem Kleinod, nahm durch den Leerstand des Hofs Schulze-Johann sowie den weiteren Ankauf des Hofs Schulze-Dorfkönig im Zentrum der Gemeinde Schöppingen Gestalt an. Ermöglicht wurde der Ankauf und der funktionale Ausbau der Höfe durch Stadterneuerungsmittel des Landes NRW und Mittel der Gemeinde.Das Land NRW mit seinem damaligen Ministerpräsidenten Johannes Rau trafen damals die kulturpolitisch bedeutsame Entscheidung, Kunst und Kultur auch jenseits der Großstädte, aber mit Strahlkraft über die Landesgrenzen hinaus zu fördern.

 

Von 1989 bis 1998 wurde das Künstlerdorf Schöppingen von einem gleichnamigen Trägerverein betrieben. Gründer und Mitglieder dieses Vereins waren der Förderverein Künstlerdorf Schöppingen (gegründet am 27.9.1988), die Gemeinde Schöppingen, der Kreis Borken, die NRW Stiftung Natur – Heimat – Kultur und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Seit 1998 befindet sich das Künstlerdorf in der Trägerschaft einer Stiftung, an der das Land NRW, die NRW-Stiftung, die Gemeinde, der Kreis Borken, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe und der Förderverein des Künstlerdorfes e.V. beteiligt sind. Vertreter dieser und weiterer Institutionen gehören den Gremien Vorstand und Stiftungsrat an. Vorsitzende des Stiftungsrates ist Christina Rau, die die Entwicklung des Künstlerdorfs seit seinen Anfängen maßgeblich begleitet hat.

 

In der Gründungsphase hat Rolfrafael Schröer das Künstlerdorf planerisch und konzeptionell geprägt und war von 1989 bis 1997 als erster Geschäftsführer tätig. Auf ihn folgte, von 1997 bis 2020, Dr. Josef Spiegel.