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Die Stiftung Künstlerdorf Schöppingen hat die Förderung internationaler Künstler:innen und Autor:innen durch die Organisation eines Residenzprogramms zur Aufgabe.

Auf dem Weg zu permakulturellen Institutionen. Übungen zum kollektiven Denken
10. — 18. Juli 2022

Ein Sommerseminar der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen, kuratiert von Aneta Rostkowska, Nada Schroer und Julia Haarmann.

 

Während dieses Seminars werden wir ökologisches Denken nutzen, um anders über die Funktionsweise des Kunstsystems und insbesondere über verschiedene Arten von Kunstinstitutionen nachzudenken. Wir werden versuchen, unser Wissen zu Pflanzen und zur Permakultur, die bisher hauptsächlich als Ausstellungsinhalte fungieren, in die Strukturen unserer Arbeit und unserer kuratorischen Praxis einzubringen. Wie könnte die Ethik der Permakultur (Earthcare, Peoplecare und Fairshare) eine nachhaltige Transformation von Kunstinstitutionen befördern, die über die oberflächliche Anwendung ökologischer Richtlinien hinausgeht? Kann der regenerative Aspekt des permakulturellen Denkens in eine regenerative Philosophie einer Kunstinstitution umgewandelt werden? Könnte sich dieses Denken auf nachhaltige gemeinschaftsbasierte Praktiken übertragen lassen, die sich auf emanzipatorische Formen der Zusammenarbeit und die kollektive Sorge um (ökologische und soziale) Gemeingüter konzentrieren? Was können wir von indigenen Praktiken und dem Funktionsweisen von Kunst in indigenen Kontexten lernen, ohne diesie anzueignen oder zu romantisieren? Die Moderne konstruierte eine abstrakte Trennung von „Natur“ und „Kultur“ und brachte Kolonisationsprozesse mit sich, die von rassistischen Ideologien und den Bedürfnissen des Kapitalismus befeuert wurden. Nun drängt sich die Frage auf: Wie können wir gemeinsam den nächsten Schritt gehen? Können wir die Moderne und ihre immer wieder auftauchenden „Geister“ negieren und in einem synthetischen, allumfassenden Schritt mit neuen, nachhaltigen Konzepten und Praktiken auf die nächste Ebene gelangen?

 

Lebensraum Künstlerdorf – Von der Natur lernen
1. März — 31. Juli 2022

Ausgelöst durch die Klimakrise sowie gesellschaftliche und geopolitische Entwicklungen werden etablierte Strukturen vermehrt in Frage gestellt.

 

Die Stiftung Künstlerdorf Schöppingen befasst sich mit Fragen einer alternativen Unternehmenskultur bezogen auf ihr Residenzprogramm. Dabei werden Innen- und Außenraum zusammengedacht und Aspekte von nachhaltigeren und gerechteren Kreisläufen einbezogen. Während des Projektes wird ein gemeinschaftlicher Nutzgarten angelegt, ein Zusammenhang zur Programmgestaltung hergestellt und ein Leitfaden entwickelt, der Fragen zur Mobilität, zum Umgang mit Ressourcen und den, im Künstlerdorf angesiedelten, temporären Gemeinschaften, regelt.

 

installation: Stefanie Manhillen, photo: Seweryn Zelazny
installation: Gili Avissar, photo: Meike Reiners
Aktuelle Stipendiat:innen

Visuelle Kunst

Sophia Bauer, Federico Clavarino, Gina Dargan, Danny Daoud, Verena Friedrich, Bethan Hughes, Mohammad Reza Jahanpanah, Ona Juciūtė, Franziska Klose, Lucila Mayol Pohl, Anna Melnykova, Gil Mualem-Doron, Alina Nosow, Sebastian, Roitter Pavez, Nolwenn Salaün, Evangelia Spiliopoulou, Catharina Szonn, Agata Szymanek, Kai-Hendrik Windeler

 

Komposition

Feliz Anne Macahis, Mert Morali, Eiko Tsukamoto

Aktuelle Stipendiat:innen

Literatur

Janhavi Acharekar, Natalja Althauser, Kerstin Becker, Louis Bertony, Marian Bull, Grashina Gabelmann, Neïtah Janzing, Azadeh Karami, Christina Kettering, Myriam Khouri, Ilija Matusko, Jamie McGhee, Mia Raben, Vera Vorneweg, Luna Thadwell

Kurzdarstellung

 

Die Stiftung Künstlerdorf Schöppingen vergibt jährlich rund 40 Arbeitsstipendien in den Bereichen Visuelle Kunst, Literatur und experimentelle Komposition. Seit der Gründung des Künstlerdorfs im Jahr 1989 wurden insgesamt etwa 800 Künstler:innen und Autor:innen gefördert. Die Stipendien sind mit einem Aufenthalt im Künstlerdorf von jeweils zwei bis sechs Monaten verbunden. Alle Stipendien werden international und ohne Altersbeschränkung ausgeschrieben. Die Auswahl der Stipendiat:innen erfolgt durch Fachjurys, die turnusmäßig neu besetzt werden.

 

Das vom Künstlerdorf gestaltete Programm bietet die Möglichkeit, regelmäßig Einblicke in künstlerische Prozesse zu erhalten und in einen persönlichen Austausch mit den Stipendiat:innen zu kommen. Neben den fortlaufenden Veranstaltungen organisiert das Künstlerdorf jährlich das Kurator:innenprogramm CAP, mit dem Ziel, zeitgemäße Strategien und Strukturen für künstlerische Produktionen zu entwickeln und Umsetzungsfragen zu klären.

 

Zum Ende eines jeden Jahres erscheint eine Publikation, die Dokumentationen der Aufenthaltsstipendien, des fortlaufenden Programms sowie des Kurator:innenprogramms umfasst. Eine Jahresedition dient der Unterstützung der Arbeit des Künstlerdorfes.

 

Um den Austausch der Stipendiat:innen auch über die Residenzaufenthalte hinaus nachhaltig zu fördern, besteht im Rahmen des Alumni-Programms grundsätzlich die Möglichkeit, das Künstlerdorf als Gast zu besuchen oder in späteren Projekten mitzuwirken. Diese Option erfolgt nach Absprache beziehungsweise auf Einladung.